MCDU

Ein Herzstück des Airbus Cockpits ist die MCDU, quasi der Bordcomputer, in den man alle wichtigen Parameter eingibt, um den reibungslosen Ablauf eines Fluges zu gewährleisten. Die Profis unter euch wissen, wovon ich spreche. Schon vor Monaten geisterte in unseren Köpfen eine Hardwarelösung herum. Im Internet gibt es viele Anbieter (Opencockpits, Skalarki, FlightDeckSolutions uvw.), die eine MCDU in der Version plug ’n‘ play anbieten: also USB und VGA ran und los geht es! Leider sind diese MCDUs auch preislich entsprechend angesiedelt. In den meisten Fällen allerdings auch absolut gerechtfertigt. So ein Gerät ist wirklich sehr komplex und bis ins Detail ausgereift. Trotzdem passte eine derartige Lösung nicht in unseren Budgetplan. Also musste eine andere Lösung her: Eigenbau. Das hört sich leichter an als getan, zumindest stellten wir das fest. Über AutoCAD haben wir eine Zeichnung einer MCDU erstellt, die zu unserem vorhandenen 5 Zoll Bildschirm im 16:9 Format passte. Das ist zwar nicht das Originalmaß, aber der Bildschirm war bereits vorhanden. Also auf zu meinem Kumpel an die Fräsmaschine und das Panel gefräst. Es sah wirklich toll aus, auch wenn es natürlich nicht so ganz dem Original entsprach. Zu Hause haben wir die Platine an die Rückseite geschraubt, stellten aber schnell fest, dass die Idee und Vision schnell an ihre Grenzen stieß. Nach mehreren Wochen und immer wieder neuen Ideen, kamen wir zu dem Entschluss, dass wir eine professionelle Lösung in Anspruch nehmen müssen. 

image

Unsere Wahl fiel auf die MCDU von Hispapanels (www.hispapanels.com). Die sitzen in Spanien und produzieren erschwingliche Bausätze für Airbus und Boeing. Für 120€ haben wir einen Bausatz, inklusive aller Schalter und LEDs, bekommen. Nach 7 Tagen war die Ware bereits bei uns zu Hause. Das Prinzip ist eigentlich sehr einfach. Hispapanels produziert Bausätze und kann dadurch niedrige Preise anbieten. Also genau das richtige für uns. In Hong Kong haben wir uns noch den passenden Screen (5 Zoll, 4:3, 800×600) besorgt, sodass wir auf einen Gesamtpreis (inkl. der Button-Cards von Leo Bodnar) auf 270€ kamen. 

imageDie Lötarbeiten konnten beginnen. Insgesamt waren 72 Knöpfe zu löten und an die Karten von Leo Bodnar anzuschließen. Dabei gibt es bei diesen Karten den Vorteil, dass der Ground in Reihe gelötet und somit eine Menge Kabel eingespart werden kann. Bei 72 Knöpfen kommt da ordentlich was zusammen. Somit haben wir eine Art „Matrix“ gelötet, die immer 32 Knöpfe an ihrem Ground miteinander verbunden hat. Nach endlosen Stunden waren die Lötarbeiten abgeschlossen und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. 

Nun kam der 2. Schritt. Die Knöpfe der MCDU haben noch eine Art Hilfsplatte, die auf die Mikroschalter geklebt werden und die Verbindung mit den eigentlich Knöpfen ist. Darauf wiederum wurden die Tasten mit der Beschriftung geklebt. Auch dieser Schritt stellte sich als Geduldsarbeit heraus und nahm einen ganzen Abend in Anspruch. Da braucht man kein Yoga mehr. Nachdem alle Knöpf eingeklebt wurden, kam der Screen an die Reihe. Dieser wird hinter die Frontplatte geklebt und passt wunderbar. Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Unser Dank gilt hier vor allem dem netten Kontakt Manolo, der bei Hispapanels eine grandiose Arbeit verrichtet. Auf Mails und Anfragen reagiert er immer sofort und bessert kleine Fehler direkt aus. Uns schickte er versehentlich die falschen Hilfsplatten, aber korrigierte dies innerhalb von wenigen Tagen. Unsere zweite MCDU wird auf jeden Fall genauso gebaut werden.

Ein Kommentar:

  1. Hallo zusammen,
    Auf der Homepage von Hispapanels heißt es ‚Knops Not included‘

    Welche Knöpfe sind denn damit gemeint?

    LG

    Sascha

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.